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Seit Jahren bezahlt der Tierschutzverein mit Spenden und Mitgliedsbeiträgen einen Teil der Kosten für eine kommunale Pflichtaufgabe. Die Kommunen aber weigern sich weiterhin dem Verein seinen Aufwand voll zu ersetzen.


Grundsätzliches

Die Verwahrung, Versorgung und Rückvermittlung von Fundtieren ist eine kommunale Pflichtaufgabe. Diese Aufgabe wird in den meisten Fällen von den Kommunen an den örtlichen Tierschutzverein weitergegeben. Der Aufwand, der dem Verein dadurch entsteht, ist natürlich von der jeweiligen Kommune zu tragen, sprich dem Tierschutzverein zu ersetzen.

Historie

Da keine der Kommunen im Dachauer Landkreis ein eigenes Tierheim besitzt, wurden die kommunale Pflichtaufgabe der Fundtierverwahrung an den Tierschutzverein Dachau e. V. übergeben, bzw. hat der Verein diese Verpflichtung schon vor Jahrzehnten übernommen.

In den Anfangsjahren wurde der Tierschutzverein dafür teilweise gar nicht, teilweise mit sehr geringen Zahlungen entschädigt. Die durch die Fundtierverwahrung und -versorgung anfallenden Kosten wurden durch Spenden und Mitgliedsbeiträge des Vereins finanziert. Die dauernden Forderungen und Bitten nach einer kostendeckenden Pauschale wurde von den Kommunen größtenteils ignoriert, die Fundtiere landeten trotzdem im Tierheim.

Erst als der Verein vor ca. 12 Jahren seine Reserven aufgebraucht hatte und das Tierheim kurz vor der Schließung stand, kam dann etwas Bewegung in die Sache. Der damals fast komplett neu gewählte Vorstand vereinbarte mit den einzelnen Kommunen eine pauschale Aufwandsentschädigung, die allerdings die tatsächlichen Aufwendungen nicht im geringsten abdecken konnte.

Heute

Nachdem der Tierschutzverein nahezu seit zehn Jahren versucht hat, hier eine, für beide Seiten befriedigende Lösung zu finden, steht es nun, wie sollte es anders sein, mit den Finanzen des Vereins nicht zum Besten. Das Spendenaufkommen hat dramatisch abgenommen. Die Fundtierpauschale aber hat sich nicht wesentlich erhöht, ja wurde sogar von einigen Gemeinden gekürzt. Um den laufenden Betrieb des Tierheims zu gewährleisten, musste der Verein mehrere Darlehen aufnehmen. Es ist daher abzusehen, dass der Verein die Versorgung der Tiere, sollte sich die Einstellung der Kommunen nicht grundlegend ändern, nicht mehr lange gewährleisten kann.

Heute zahlt nur ein Teil der Kommunen, die vom Verein schon seit Jahren geforderten 0,50€ pro Jahr und Einwohner, die zwar den Aufwand auch nicht decken würden, aber schon einen großen Fortschritt darstellen würden. Die genauen Zahlen, wer was zahlt ersehen Sie aus der Übersicht, die ebenfalls zum Download bereitliegt.

Update 2006
Die Stadt Dachau hat den Betrag inzwischen auf den von uns geforderten 1€ pro Einwohner aufgestockt, rückwirkend ab 01.01.2006. Auch der Bürgermeister von Karlsfeld hat eine Aufstockung auf diesen Betrag inzwischen zugesagt.

Der Streit

Aus diesem Grund hat sich der Vorstand des Vereins nochmals mit allen Nachdruck an die Landkreisbürgermeister gewandt und wurde daraufhin auch in eine Bürgermeisterdienstbesprechung eingeladen. Nach Präsentation der mehr als eindeutigen Zahlen war aber kein wirkliches Entgegenkommen der Kommunen zu bemerken.

Als Reaktion auf das Gespräch beschlossen die Bürgermeister dann -einstimmig- ein Positionspapier, das dem Verein dann auch zugeleitet wurde. Dieses Papier enthielt Forderungen bezüglich Abläufen und Vorgehensweisen, die nicht nur gegen den Tierschutzgedanken an sich, sondern zum größten Teil sogar gegen geltendes Recht verstoßen.

Dies stieß auch in der Presse auf ein entsprechendes Echo. Die Dachauer SZ berichtete und sogar der Bayerische Rundfunk strahlte im Rahmen der Sendung "Zeit für Tiere" am 29.06.05 einen als "Aufreger des Monats" bezeichneten Bericht im Bayerischen Fernsehen aus. Den Beitrag würden wir Ihnen gerne auch hier zur Verfügung stellen. Wir klären gerade mit dem Bayerischen Rundfunk ab, ob das rechtlich möglich ist.

Da der breiten Öffentlichkeit durch die Berichterstattung nur Details bekannt sind, haben wir uns entschlossen, alle wesentlichen Dokumente und Informationen hier zu veröffentlichen, damit Sie sich selbst ein Bild machen können. Weiter Informationen erhalten Sie jederzeit von unserem Vorstand. Wenden Sie sich einfach per Email an tierschutz@dachau.net

Diese Sammlung wird ständig erweitert. Da die einzelnen Kommunen in den Gemeindräten den Beschluss der Bürgermeisterdienstbesprechung jeweils bestätigen müssen, ist damit zu rechnen, dass im Laufe des Jahres noch einiges Material zusammenkommt.

Die folgenden Dokumente sind im PDF-Format und teilweise (weil eingescannt) etwas größer.

Hintergrundinformationen und Zahlen
Welche Kommune zahlt wieviel - Eine Übersicht
Das Positionspapier der Bürgermeister (25.10.04)
Leserbrief unseres Vorstandsmitglieds Erika Bauer zum Positionspapier (12.05.05)
Stellungnahme der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbundes zum Positionspapier (17.05.05)
Anhang zur Stellungnahme des Dt. TschB (17.05.05)
Leserbrief des Vorstandsmitglieds Michael Blettinger (06.07.05)
Artikel Dachauer Nachrichten vom 23.11.2005 über die Gemeinderatssitzung Markt Indersdorf (23.11.05)
Artikel Dachauer SZ vom 23.11.2005 über die Gemeinderatssitzung Markt Indersdorf´(23.11.05)
Leserbrief des Vorstandsmitglieds Michael Blettinger zum Bericht in der Dachauer SZ (26.11.05)
Leserbrief des Vorstandsmitglieds Michael Blettinger zum Bericht in den Dachauer Nachrichten (26.10.2005)
Leserbrief Albrecht Rösch zum Leserbrief von Michael Blettinger in der Dachauer SZ (30.11.2005)
Leserbrief des Beirats Josef Meißner zum Leserbrief von Albrecht Rösch in der Dachauer SZ (30.11.2005)